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Kölner Stadt Anzeige Interview mit Rupert
Rupert Grint über Flirts, Fans und das Fahren in einem eigenen Eiscremebus.

KÖLNER STADT-ANZEIGER: Eigentlich hat Ron in diesem Band sein großes "Quidditch"-Spiel. Aus dem Drehbuch wurde es aber herausgestrichen. Warst du enttäuscht?
RUPERT GRINT: Was soll ich machen. Die Bücher sind so dick - man kann sie eben nicht in ganzer Länge verfilmen. Außerdem habe ich von den Jungs gehört, es sei eine ziemlich schmerzhafte Erfahrung, die ganze Zeit auf diesem Besenstiel zu sitzen. Also hatte ich wahrscheinlich großes Glück.

Daniel Radcliffe hatte in diesem Film seine große Kussszene. Dir steht sie im nächsten Teil bevor. Hast du Angst davor, oder freust du dich vielleicht sogar darauf?
GRINT: Mmmh, ich weiß nicht... Ich hatte schon mal eine kleine Kussszene, und das war eine eher unangenehme Erfahrung. Das ganze Filmteam steht um dich herum und sieht dir zu. Ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich mich darauf freue. Aber es wird bestimmt interessant, Emma zu küssen.

Was meinst du, wird im siebten und letzten Band passieren?
GRINT: Jeder von uns hat da seine eigene Theorie, und ich kann es kaum erwarten, das Buch endlich in den Händen zu halten. Die große Frage ist natürlich: Wer wird sterben?

Was ist deine Theorie?
GRINT: Na ja, es ist wohl ziemlich wahrscheinlich, dass Harry gehen muss. Denn wenn Joanne K. Rowling Harry tötet, muss sie nie wieder einen weiteren Band schreiben.

Du könntest dann der Held werden.
GRINT: Die Idee gefällt mir! »Ron Wesley und der Stein der Weisen«. Das klingt gut.

Seid ihr Freunde geworden, Emma, Daniel und du?
GRINT: Ja. Das kann ich im Laufe der Jahre wirklich guten Gewissens sagen. Wir sind alle gute Freunde geworden. Ich vermisse die beiden sogar. Wir haben uns zwischen den Filmen nicht so häufig gesehen, weil jeder sehr beschäftigt war. Aber jetzt freue ich mich richtig auf den Start der neuen Dreharbeiten.

Hast du dich inzwischen an dein Leben als Filmstar gewöhnt?
GRINT: Mein eigentliches Leben hat sich gar nicht so sehr verändert. Aber dann gibt es natürlich noch diesen öffentlichen Teil. Und der ist schon reichlich seltsam. Ich finde es immer noch merkwürdig, auf der Straße von wildfremden Menschen erkannt zu werden. Sie sind ja immer sehr nett. Aber es hat schon etwas Bizarres. Na ja, es gibt auch ein paar Verrückte. Und es kommt auch ganz darauf an, aus welchem Land die Fans kommen.

Wie meinst du das?
GRINT: Am verrücktesten sind mit Sicherheit die Japaner. Einerseits sind sie vollkommen aus dem Häuschen, wenn sie dich sehen. Andererseits sind sie unglaublich höflich und fangen sofort an, sich zu verbeugen. Und sie schicken einem wirklich verrücktes Zeug. Aus Japan bekomme ich eine Menge Pyjamas. Die scheinen dort ein populäres Geschenk zu sein.

Pyjamas sind aber noch nicht besonders verrückt.
GRINT: Moment, ich fange ja gerade erst an. Manche Fans schicken religiöse Videos. Die sehe ich mir inzwischen schon gar nicht mehr an. Aber in der Regel geht es darin irgendwie um Jesus.

Einverstanden, das ist nun wirklich verrückt. Hat Daniel andere weibliche Fans als du?
GRINT: Ich weiß nicht, ich habe sie ehrlich gesagt noch nie verglichen. Aber unsere Fans sind auf jeden Fall mit uns erwachsener geworden.

Es dürfte für dich wohl kein großes Problem sein, eine Freundin zu finden. Wahrscheinlich gibt es eher zu viele Kandidatinnen?
GRINT: Ich bekomme etwas mehr weibliche Aufmerksamkeit als früher, das ist wohl wahr. Aber es ist auch schwierig. Das hört sich jetzt zwar nach Jammern auf hohem Niveau an, aber ich finde es generell nicht einfach zu unterscheiden, wer es wirklich ernst mit mir meint und wer nur in mit mir zusammen sein will, weil ich Ron spiele. Generell habe ich auch gar nicht so viel Zeit, um auszugehen und Mädchen kennen zu lernen.

Gibt es Romanzen am Drehort?
GRINT: Als wir anfingen, gab es so etwas in der Richtung. Aber mittlerweile sind wir ja alle erwachsener und vernünftig. Außerdem kennen wir uns inzwischen alle sehr gut. Das Team hat sich kaum verändert, und wir sind wie eine große Familie.

Hast du dir bereits etwas richtig Teures geleistet von deinen Gagen?
GRINT: Nachdem ich meine Fahrprüfung bestanden hatte, habe ich mir einen Eiscremebus gekauft. Sie wissen schon, so einen Kleintransporter, mit dem Italiener durch die Gegend fahren und aus dem heraus sie Eis verkaufen. So etwas wollte ich schon immer haben!

Und damit fährst du in London herum?
GRINT: Ja. Der Wagen ist wirklich cool. Er hat an der Seite zwei Fenster, die man dann öffnen kann. Es gibt sogar eine kleine Küche im hinteren Teil und natürlich einen riesigen Kühlschrank. Ich weiß auch nicht, irgendwie habe ich mich schon immer für die Eiscremeindustrie im Allgemeinen interessiert. Am liebsten fahre ich jetzt also durch die Gegend und höre die »Arctic Monkeys«. Das passt doch, oder? Nur manchmal fühle ich mich ein bisschen schuldig, wenn ich draußen die ganzen enttäuschten Kinder sehe. Denn ich verkaufe ja kein Eis.

Wenn du ein Date hast, holst du das Mädchen mit dem Bus ab?
GRINT: Natürlich. Und Frauen scheinen den Wagen zu lieben. Ich war schon sehr erfolgreich mit meinen Eiscremebus . . . (lacht).

Wie würde deine Traumfrau aussehen?
GRINT: Ach, ich bin da eher einfach gestrickt. Für mich ist wichtig, dass sie einen guten Sinn für Humor hat. Was den Rest angeht, bin ich absolut flexibel. Emma Watson hat bestimmt eine lange Liste, was ihren Traummann angeht. Darauf wette ich! (lacht) Hast du eine eigene Wohnung?
GRINT: Nein. Ich lebe immer noch zu Hause. Eine eigene Wohnung in London wäre zurzeit wohl noch zu anstrengend für mich. Da hätte ich wahrscheinlich nie meine Ruhe.

Was sind deine Pläne für die Zeit nach »Harry Potter«?
GRINT: Ich bin mir noch nicht hundertprozentig sicher. Ich möchte bestimmt auf die eine oder andere Art weiter schauspielen. Ich denke in letzter Zeit häufig darüber nach, denn das Projekt wird ja in absehbarer Zeit seinem Ende entgegen gehen. Und offen gesagt bin ich jetzt schon ein bisschen traurig darüber, denn es war ja ein großer und wichtiger Teil meines Lebens.

Das Interview führte Christian Aust, von der Kölner Stadt Anzeige.


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